Die Gesichter der Provence

Abseits üblicher Touristenpfade im sonnenverwöhnten Süden Frankreichs zwischen Alpilles, Crau, Camargue, Vaucluse, Luberon und Verdon

1. Tag:

Die Anreise führt uns in den Süden Deutschlands nach Neuenburg am Rhein, wo wir am frühen Abend unser Hotel für die Zwischenübernachtung erreichen. Mit einem gemeinsamen Abendessen endet der erste Tag.

2. Tag:

Über Lyon, dem Verlauf der Rhone folgend, führt unsere Weiterfahrt nach Beaucaire, am Westrand der Provence. Unser Hotel „Robinson“, mit einem sonnendurchfluteten Innenhof mit einem sonnendurchfluteten Innenhof, einer großzügigen Schwimmbadanlage und einladendem Restaurant,
liegt etwas abseits der Altstadt, die von einer großen Festungsanlage überragt wird. In dem Restaurant unseres Hotels in Beaucaire besteht die Möglichkeit, individuell eine abwechslungsreiche Halbtagsverpflegung hinzuzubuchen. Von der Festung aus gibt es bei guter Sicht einen tollen Blick über die Oliven- und Weinbaugebiete der Rhoneebene sowie auf die weißschimmernden Kalksteinfelsen der Alpillen.

3. Tag:

Begleitet von einem der renommiertesten guide nature, dem Biologen Frédéric Bouvet, werden wir heute erstmals zwei Schutzgebiete der Camargue besuchen, die gegensätzlicher nicht sein können: In den verbliebenen Salzsümpfen des gewaltigen Mündungstrichters der Rhone erwartet uns das reiche Leben. Unzählige Libellen, Eisvögel und die bedrohte Europäische Sumpfschildkröte, Kuh- und Seidenreiher, Rallenreiher, Sichler, Seidensänger und vieles mehr gibt es dort zu entdecken. Mittags steht ein „französisches“ Picknick an, denn in der Abgeschiedenheit der Marais gibt es keine Restaurants.

Am Nachmittag geht es in das Schutzgebiet der Crau, der letzten erhaltenen Steinsteppe Mitteleuropas. Genutzt wird die Steinsteppe seit alters her für die Schafbeweidung, und wenn es mal regnet, ist Wasser hier das Lebenselixier schlechthin. In dieser fast baumfreien, kargen und von der Sonne ausgebrannten Landschaft können nur echte „Lebenskünstler“ bestehen: Blauflügelige Ödlandschrecke, Wolfsmilchschwärmer, Feuerlibellen und andere prächtige Insekten, oder Zwergtrappen, hunderte von Turm- und Rötelfalken oder Mittelmeer-Steinschmätzer unter den Vögeln. Zwischen den glatten Kieseln im voreiszeitlichen Flussbett der Durance wurzeln Zypressenwolfsmilch und Golddistel. Dies alles, begleitet von dem betörenden Duft unzähliger Kräuter, macht den Aufenthalt in der Crau zu einem unvergesslichen Erlebnis.

4. Tag:

Mittwochs ist Markttag in Saint-Remy-de-Provence - eine Gelegenheit, die wir unbedingt nutzen wollen, die sehenswerten Gassen und das farbenfrohe und von Düften durchsetzte Markttreiben auf eigene Faust zu erkunden. In den Kulissen der Altstadt ist es einer der schönsten Märkte, die es zu erleben gibt. Doch Saint Remy, das Zentrum der Alpillen und für viele der Inbegriff einer malerischen Provence-Stadt mit mediterranem Charme, hat mehr zu bieten: Hier hat van Gogh nach seinem Zusammenbruch ein Jahr in der Nervenheilanstalt verbracht, aber auch gemalt. Auf den Spuren und den Plätzen seiner Kunst werden wir am Nachmittag für 2 bis 3 Stunden von einer Gästeführerin begleitet. Ein informativer Spaziergang, der aus der Stadt heraus nach Glanum, mit Zeugnissen der römischen Vergangenheit am Fuß der Alpillen führt.

5. Tag:

Nach der Beschaulichkeit und den Einblicken in provencalische Lebensart geht es am heutigen Tag noch einmal in die Alpillen. Diesmal jedoch stehen die Naturlandschaft und die Vogelwelt dieses nur etwa 500 m hohen Gebirgszuges im Mittelpunkt. Zusammen mit Frédéric werden wir von Saint Remy aus in diese Bergwelt aufsteigen, etwa um Habichts- und Schlangenadler oder andere Vogelarten aufzuspüren, die Felsenfestung Le-Baux-de-Provence zu besuchen und dabei die Vielfalt dieses Parc naturelle kennenzulernen. Nach einer ausgiebigen Mittagsrast geht es weiter auf der Wanderung durch die Bergwelt, die nach einigen steileren, aber gut zu bewältigenden Passagen, zu traumhaften Ausblicken führt. In der hereinbrechenden Dämmerung wollen wir bei Wein, Oliven und anderen provencalischen Köstlichkeiten den Rufen der Uhus lauschen, die sich in der nahen Felswand zur Jagd sammeln.

6. Tag:

Ein letztes Mal nimmt uns Frédéric mit auf Entdeckungstour. Wir lassen die Bergwelt der Alpillen hinter uns und begeben uns in das weite Mündungsdelta der Rhone. Frédéric wird uns einen ganzen Tag lang mitten ins Herz der Camargue führen, in Schutzgebiete, wie den „Tour de Valat“, die „Bac de Barcarin“ oder die „Salin-de-Giraud“. Er wird für uns Türen öffnen, die den „normalen Besuchern“ verschlossen sind und uns dabei Einblicke in die letzten noch fast unberührten Teile der ursprünglichen Camargue und deren ungeheure Artenvielfalt geben. Trotz der fortgeschrittenen Jahreszeit - in der zweiten Septemberhälfte werden bereits viele Zugvögel die Zwischenrastplätze der Camargue verlassen haben - werden Flamingos und große Schwärme von Fluss- und Brandseeschwalben sowie zahlreiche andere Enten- und Watvogelarten zu sehen sein. Über den flachen Lagunen suchen Fischadler zu dieser Zeit nach Beute. Auch für die Mittagsrast hat Frédéric ein Erlebnis versprochen: ein rustikales Restaurant inmitten der Wildnis warten mit schattigen Plätzen und typischen Speiseangebot auf uns.

Mit den Eindrücken aus der weiten Steppenlandschaft und der Vielfalt der Marais werden wir nach Beaucaire zurückfahren und uns von Frédéric Bouvet, unserem Englisch sprechenden Begleiter, verabschieden.

7. Tag:

Der heutige Sonnabend in der westlichen Provence ist der wunderschönen Stadt Arles gewidmet. Keine andere Stadt ist so reich an Baudenkmälern, in keiner ist das römische Erbe so gegenwärtig und keine besticht so sehr durch ihren unaufdringlichen Charme. Es ist Markttag und ein unglaublich farbenfrohes Treiben voller Düfte in den Straßen: Unter die Aromen des allgegenwärtigen Lavendels mischen sich die der Tapenaden, frischen Brote, der leckeren Ziegenkäse oder der überbordenden Gewürzstände. Bei einem geführten Stadtrundgang am Nachmittag werden wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Altstadt kennenlernen. Danach bleibt noch etwas Zeit, die Stadt und ihre Besonderheiten inmitten des bunten Treibens auf den Straßen auf eigene Faust weiter zu entdecken. Auch in Arles hat Vincent van Gogh gelebt und gemalt. Viele seiner Motive sind bei einem Rundgang zu entdecken und dargestellt. Kleine Plätze mit Restaurants und Cafes laden zum Verweilen ein, genauso wie üppige Parks und Innenhöfe.

8. Tag:

Den letzten Tag im Westen der Provence widmen wir noch einmal den Landschaften in den südwestlichen Ausläufern der Alpillen nahe Beaucaire. Eine von Pausen unterbrochene etwa dreistündige leichte Wanderung führt uns zunächst zum Aqueduc-de-Barbegal – im Gegensatz zur weithin bekannten Pont du Gard, die nicht in der Provence liegt, ein echter Geheimtipp. Dann geht es weiter zur Moulin de Daudet oberhalb von Fontvielle, wo nach der Tour die Möglichkeit zu einer kleinen Mittagsrast in einem der vielen kleinen Restaurants besteht. Mit dem Bus geht es nachmittags zurück nach Beaucaire. Bei einem kleinen Bummel haben wir Gelegenheit, die Altstadt und die Festungsanlage kennenzulernen oder die auf
der anderen Flussseite liegende Stadt Tarascon, ebenfalls von einer Festung bewehrt, zu erkunden.

Am späten Nachmittag geht es ein letztes Mal zurück in das Hotel in Baucaire.

9. Tag:

In der zweiten Woche unserer Reise wollen wir den wilderen Osten der Provence erkunden. Um die Fahrzeiten zu verkürzen, wechseln wir unser Hotel und ziehen nach Apt, zwischen den Naturparken der „Montagne du Luberon“ und dem „Plateau de Vaucluse“ gelegen. In der „Hauptstadt des Luberon“ treffen wir noch einmal auf die französische Lebensart, ein wenig beschaulicher als in Arles oder St. Remy, aber nicht weniger interessant. Der erste Nachmittag ist der Erkundung der Stadt gewidmet, doch am Vormittag wollen wir Sie an einen unterirdischen Ort, die „Grottes Thouzon“ entführen, um danach, zurück
im gleißendem Sonnenlicht, das von der sich windenden Sorge durchflossene, wunderschöne Städtchen
L’Ile-sur-la-Sorgue zu erkunden. Auf dem Weg zum Hotel machen wir dann noch einen Abstecher zur Fontaine de Vaucluse, ein spektakulärer Quelltopf, aus dem der ganze Fluss Sorgue entspringt.

10.Tag:

Der erste Ausflug von unserem neuen Standort führt an die nördlichen Hänge der „Monts de Vaucluse“ nach Monieux, dort wo der Fluss Nesque eine tiefe Schlucht in das weiche Gestein gegraben hat. Die „Gorges de la Nesque“ gehören zu den eindrucksvollsten Naturlandschaften der Provence, und bei unserer Wanderung werden wir einem Weg entlang des Plateaus folgen, der immer wieder gewaltige Einblicke in die herbe Schönheit dieser Gebirgslandschaft geben wird. Schlangenadler könnten hier auftauchen. Bunte Schmetterlinge suchen auf Wildblumenwiesen mit Kleinem und Großen Wiesenknopf, Scabiosen, Salbeiarten und Flockenblumen nach Nektar. Nach einem kleinen Picknick am See wenden wir uns dem Lavendel zu, denn schließlich sind wir hier mitten im Gebiet des Lavendels. Die Ernte ist inzwischen abgeschlossen, nur vereinzelt treffen wir noch auf blühenden Lavendel. In der Nähe von Sault besuchen wir eine Lavendel-Destillerie und erfahren in dem kleinen Biobetrieb sehr authentisch etwas über diese Charakterpflanze der Provence.

11. Tag:

Der geplante Ausflug an diesem Tag wird uns ganz in der Nähe von Apt an ganz besondere Stätten führen: Einmal geht es nahe Bonnieux einen Berghang hinauf zu den „Enclos de Borries“, einer Anlage historischer Steinhäuser. Eingebettet in duftende Kräuterwiesen, über denen Schmetterlinge tanzen und hier und da Eidechsen vorbeihuschen, verströmt dieser Ort eine unglaubliche Ruhe und Besinnlichkeit. Hinzu kommt eine grandiose Aussicht bis hin zum Schloss des Marquis de Sade in Lacoste oder dem kahlen Gipfel des Mont Ventoux. Von den Borries ist es nicht weit in das an und auf einem Felsen
gebaute Bergdorf Bonnieux, das erkundet werden möchte. Am Nachmittag wartet eine spektakuläre Wanderung in die phantastische Bergwelt am Randes des „Luberon Oriental“ auf uns: das Tal der Oppedette. Auf der etwa zweistündigen Wanderung, stetig leicht bergauf durch die Garrigue, die hier zu einem Großteil aus mannshohen Buchsbaum besteht, und Eichenwäldern, meist Kermes-, Stein- und Flaumeichen, laufen wir streckenweise direkt auf den Steilhängen der Schlucht. Fledermäuse, darunter die Kleine Hufeisennase, haben ihre Quartiere in den Felshöhlen, im rotfaulen Holz der Eichen leben die
Larven von Hirschkäfer und Eremit, farbenprächtige Heuschrecken sind zu entdecken, Wespenbussarde könnten vorbeikommen. Am Ende des Weges wartet der kleine Ort Oppedette, der noch nicht so von Künstlern oder den „Reichen der Côte d‘Azur“ entdeckt wurde und deshalb seinen ursprünglichen
Charme in absoluter Abgeschiedenheitbewahren konnte.

12. Tag:

Dieser Tag ist dem Ocker gewidmet, aus dem die typischen Farben der Provence stammen. Zunächst geht es in die Gegend von Rustrel, wo wir bei einer Wanderung die aufgelassenen Ockersteinbrüche des „Colorado Provencal“ erkunden. So wie die Häuser in den Ortschaften dieser Region leuchten uns Hügelketten in einer ganzen Palette von Ockertönen entgegen, von Safrangelb und Erdbraun über Karmesin und Zinnober bis Weinrot und Violett. Eine Kulisse, die geradezu zum Fotografieren einlädt.

 

So voller Erdfarben erwartet uns später auch die Stadt Roussillon, deren Häuser eng auf einem Ockerfelsen zusammengedrängt weit über die Ebene leuchten. Enge Gassen mit farbenprächtigen Häusern, freundliche Cafés und gemütliche Restaurants laden ein, am Nachmittag durch den Ort zu bummeln und den Tag auf französische Art ausklingen zu lassen.

13. Tag:

Auf der Rückreise lassen wir noch einmal Lavendelfelder und die liebliche Landschaft des Luberon an uns vorbeiziehen, passieren das eine oder andere Dorf und nehmen Abschied von der Provence und der französischen Lebensart, die uns auf dieser Reise begleitet haben. Schließlich erreichen wir die Autobahn und folgen der Rhone gen Norden zu unserem Zwischenübernachtungshotel in Neuenburg am Rhein.

14. Tag:

Am letzten Tag der Heimreise geht es zurück zu unseren Einstiegsorten, die wir am späten Nachmittag erreichen wollen.

 

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