nähere informationen zu ihrer reise in die provence

06.09.2020
Die Anreise führt uns in den Süden Deutschlands nach Neuenburg am
Rhein, wo wir am frühen Abend unser Hotel für die Zwischenübernachtung erreichen. Mit einem gemeinsamen
Abendessen endet der erste Tag.

07.09.2020

Über Lyon, dem Verlauf der Rhone folgend, führt unsere Weiterfahrt nach Arles, dem Tor zur Camargue. Unser Hotel, ein Ibis *** Hotel, liegt südlich der geschichtsträchtigen Altstadt, die mit großartigen Gebäuden unterschiedlicher Epochen, den Spuren van Goghs und vielfältigem Angebot an Bars und Restaurants lockt. Nach kurzem Fußweg entlang kleinerer Straßen erreicht man den Hauptplatz,
den Place de la Republique, von wo aus sich die unterschiedlichen
Quartiere entdecken lassen: sollen es die Blumentopf geschmückten, schmalen Gassen und kleinen Plätzchen sein, die fast wie halbprivate Wohnzimmer anmuten, oder doch eher Orte wie das weltbekannte
Nachtcafé, das van Gogh so berühmt gemacht hat? Wir freuen uns,
zukünftig diese außergewöhnliche Stadt intensiver als in den Jahren zuvor erkunden zu können.

08.08.2020

Begleitet von einem der renommiertesten guide nature, dem Biologen Frédéric Bouvet, werden wir heute erstmals zwei Schutzgebiete der Camargue besuchen, die gegensätzlicher
nicht sein können: In den verbliebenen Salzsümpfen des gewaltigen
Mündungstrichters der Rhone, hier den „Salin-de-Giraud“, erwartet uns das reiche Leben. Unzählige Flamingos, Fischadler, Watvögel, Kuh- und Seidenreiher, Rallenreiher, Sichler, Seidensänger und vieles mehr gibt es zu entdecken. Mittags steht ein „französisches“
Picknick an, denn in der Abgeschiedenheit des Gebiets gibt es
keine Restaurants. Am Nachmittag geht es in das Schutzgebiet
der Crau, der letzten erhaltenen Steinsteppe Mitteleuropas. Genutzt
wird die Steinsteppe seit alters her für die Schafbeweidung, und wenn es mal regnet, ist Wasser hier das Lebenselixier schlechthin. In dieser fast baumfreien, kargen und von der Sonne ausgebrannten Landschaft können nur echte „Lebenskünstler“ bestehen:
Blauflügelige Ödlandschrecke, Wolfsmilchschwärmer, Feuerlibellen
und andere prächtige Insekten, oder Zwergtrappen, hunderte von Turmund Rötelfalken oder Mittelmeer-Steinschmätzer unter den Vögeln. Zwischen den glatten Kieseln im voreiszeitlichen Flussbett der Durance wurzeln Zypressenwolfsmilch und Golddistel. Dies alles, begleitet von dem betörenden Duft unzähliger Kräuter, macht den Aufenthalt in der Crau zu einem unvergesslichen Erlebnis.

09.09.2020

Mittwochs ist Markttag in Saint-Remyde-Provence – eine Gelegenheit, die wir unbedingt nutzen wollen, die sehenswerten Gassen und das farbenfrohe und von Düften durchsetzte
Markttreiben auf eigene Faust zu erkunden. In den Kulissen der Altstadt ist es einer der schönsten Märkte, die es zu erleben gibt. Doch Saint Remy, das Zentrum der Alpillen und für viele der Inbegriff einer malerischen Provence-Stadt mit mediterranem
Charme, hat mehr zu bieten: Hier hat Vincent van Gogh nach seinem Zusammenbruch ein Jahr in der Nervenheilanstalt verbracht, aber auch gemalt. Auf den Spuren und den Plätzen seiner Kunst werden wir am Nachmittag für 2 bis 3 Stunden von einer Gästeführerin
begleitet. Ein informativer Spaziergang, der aus der Stadt heraus,
nach Glanum, mit Zeugnissen der römischen Vergangenheit am Fuß der Alpillen führt.

10.09.2020

Nach der Beschaulichkeit und den Einblicken in provençalische Lebensart geht es am heutigen Tag noch einmal in die Alpillen. Diesmal jedoch stehen die Naturlandschaft und die Vogelwelt
dieses nur etwa 500 m hohen Gebirgszuges im Mittelpunkt. Zusammen mit Frédéric werden wir von Saint Remy aus in diese Bergwelt aufsteigen, etwa um Habichts- und Schlangenadler
oder andere Vogelarten aufzuspüren, die Felsenfestung Le-Baux-de-Provence zu besuchen und dabei die Vielfalt dieses Parc naturelle kennenzulernen. Nach einer ausgiebigen Mittagsrast
geht es weiter auf der Wanderung durch die Bergwelt, die nach einigen steileren, aber gut zu bewältigenden Passagen, zu traumhaften Ausblicken führt. In der hereinbrechenden Dämmerung wollen wir bei Wein, Oliven und anderen provençalischen Köstlichkeiten auf einem Weingut den Rufen
der Uhus lauschen, die sich in der nahen Felswand zur Jagd sammeln.

11.09.2020

Ein letztes Mal nimmt uns Frédéric mit auf Entdeckungstour. Wir lassen die Bergwelt der Alpillen hinter uns und begeben uns erneut in das weite Mündungsdelta der Rhône. Frédéric wird uns einen ganzen Tag lang mitten ins Herz der Camargue führen, in Schutzgebiete, wie den „Tour de Valat“ oder die „Bac de Barcarin“. Er wird für uns Türen öffnen, die den „normalen Besuchern“ verschlossen sind und uns dabei Einblicke in die letzten noch fast unberührten Teile der ursprünglichen Camargue und deren ungeheure Artenvielfalt geben. Trotz der fortgeschrittenen Jahreszeit – in der zweiten Septemberhälfte werden bereits viele Zugvögel die Zwischenrastplätze der Camargue verlassen haben - werden Flamingos und große Schwärme von Fluss- und Brandseeschwalben sowie zahlreiche andere Enten- und Watvogelarten zu sehen sein. Über den flachen Lagunen suchen Fischadler zu dieser Zeit nach Beute. Auch für die Mittagsrast hat Frédéric ein Erlebnis versprochen: ein rustikales Restaurant inmitten der Wildnis warten mit schattigen Plätzen und typischen Speiseangebot auf uns. Mit den Eindrücken aus der weiten Steppenlandschaft und der Vielfalt der Marais werden wir nach Beaucaire zurückfahren und uns von Frédéric Bouvet, unserem Englisch sprechenden Begleiter, verabschieden.

12.09.2020

Der heutige Sonnabend, einem Ruhetag für unseren Busfahrer, ist im besonderen Arles gewidmet. Keine andere Stadt ist so reich an Baudenkmälern, in keiner ist das römische Erbe so gegenwärtig und keine besticht so sehr durch ihren unaufdringlichen
Charme. Es ist Markttag und ein unglaublich farbenfrohes Treiben voller Düfte in den Straßen: Unter die Aromen des allgegenwärtigen Lavendels mischen sich die der Tapenaden, frischen Brote, der leckeren Ziegenkäse oder der überbordenden Gewürzstände. Bei einem geführten Stadtrundgang am Nachmittag werden wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der
Altstadt kennenlernen. Zunächst der ehemalige Bischofssitz St. Trophime, dann Reste des Forums unmittelbar angrenzend an Lebensorte van Goghs, denen wir immer wieder mit Tafeln
seiner Bilder begegnen. Auch die Arena liegt auf unserem Weg. Auch heute noch finden hier Stierkämpfe statt, allerdings provençalische, bei denen die Stiere die wahren Helden sind. Ganz modern ist der von Frank Gehry entworfene Turm, den wir als letzte Station erreichen. Er macht ein außergewöhnliches Kunstprojekt weithin sichtbar.

13.09.2020

Den letzten Tag im Westen der Provence widmen wir noch einmal den
Landschaften in den südwestlichen Ausläufern der Alpillen nahe Arles.
Eine von Pausen unterbrochene etwa dreistündige leichte Wanderung
führt uns zunächst zum Aqueduc- de-Barbegal – im Gegensatz zur
weithin bekannten Pont du Gard, die nicht in der Provence liegt, ein
echter Geheimtipp. Dann geht es weiter zur Moulin de Daudet oberhalb von Fontvieille, wo nach der Tour die Möglichkeit zu einer kleinen Mittagsrast in einem der vielen kleinen Restaurants besteht. Mit dem Bus geht es nachmittags nach Tarascon. Auch hier können wir einfach die mittelalterliche Burg mit Renaissancefassade besteigen und von ihrem Turm aus noch aus der Provence über die Rhone hinweg einen Blick in das alte Frankreich auf die ehemals feindliche Burg in Beaucaire werfen. Bei einem kleinen Bummel haben wir Gelegenheit, die römisch mittelalterliche Altstadt mit ihren zahlreichen kleinen Plätzen zu erkunden und auf den Pfaden des Tartarin von Tarascon zu wandeln. Am späten Nachmittag geht es ein letztes Mal zurück in das Hotel in Arles.

14.09.2020

In der zweiten Woche unserer Reise wollen wir den wilderen Osten der Provence erkunden. Um die Fahrzeiten zu verkürzen, wechseln wir
unser Hotel und ziehen nach Apt, zwischen den Naturparken der „Montagne du Luberon“ und dem „Plateau de Vaucluse“ gelegen. In der „Hauptstadt des Luberon“ treffen wir noch einmal auf die französische Lebensart, etwas beschaulicher als in Arles oder St. Remy, aber nicht weniger interessant. Der erste Nachmittag ist der Erkundung der Stadt gewidmet. Am Vormittag geht es allerdings zunächst nahe Bonnieux einen Berghang hinauf zu den „Enclos de Bories“, einer Anlage historischer Steinhäuser. Eingebettet in duftende Kräuterwiesen, über denen Schmetterlinge tanzen und hier und da Eidechsen vorbeihuschen, verströmt dieser Ort eine unglaubliche
Ruhe und Besinnlichkeit. Hinzu kommt eine grandiose Aussicht bis
hin zum Schloss des Marquis de Sade in Lacoste oder dem kahlen Gipfel des Mont Ventoux. Von den Bories ist es nicht weit in das an und auf einem Felsen gebaute Bergdorf Bonnieux, das zur Mittagsrast einlädt.

15.09.2020

Der erste Ausflug von unserem neuen Standort führt an die nördlichen Hänge der „Monts de Vaucluse“ nach Monieux, dort wo der Fluss Nesque eine tiefe Schlucht in das weiche Gestein gegraben hat. Die „Gorges de la Nesque“ gehören zu den eindrucksvollsten Naturlandschaften der Provence, und bei unserer Wanderung werden wir einem Weg entlang des Plateaus folgen, der immer wieder gewaltige Einblicke in die herbe Schönheit dieser Gebirgslandschaft geben wird. Schlangenadler könnten hier auftauchen. Bunte Schmetterlinge suchen auf Wildblumenwiesen mit Herbstzeitloser, Kleinem und Großen Wiesenknopf, Scabiosen, Salbeiarten und Flockenblumen nach Nektar. Nach einem kleinen Picknick am See wenden wir uns dem Lavendel zu, denn schließlich sind wir hier mitten im Gebiet des Lavendels. Die Ernte ist inzwischen abgeschlossen, nur vereinzelt treffen wir noch auf blühenden Lavendel. In der Nähe von Sault besuchen wir eine Lavendel-Destillerie und erfahren in dem kleinen Biobetrieb sehr authentisch etwas über diese Charakterpflanze der Provence.

16.09.2020

Einblicke in eine der schönen Felsenschluchten stehen auch heute auf dem Programm – allerdings vom Wasser aus, bei einer Kanutour auf dem Verdon. In den „Basses Gorges du Verdon“ ist das Wasser aufgestaut und deshalb weitgehend strömungsfrei. Mit den Kanus oder alternativ in Elektrobooten geht es über einen kleinen Stausee in den Beginn der Schlucht. Hinter jeder Biegung rücken die Felsen näher zusammen und wachsen höher hinauf. Blühender Efeu, Waldreben, Tüpfelfarn und Moose klammern sich ans Gestein, Felsenschwalben jagen über unseren Köpfen, die Kälte des Wassers ist zu spüren. Kleine Wasserfälle plätschern neben den Booten, hin und wieder schießt ein blauer Blitz, der Eisvogel, zeternd vorbei. Es ist ein eindrucksvolles Erlebnis, das übrigens auch Reisegästen, die sich nicht ins Kanu trauen, eröffnet werden kann.

Mittags besuchen wir den von einem Stern-überkronten-Ort: Moustiers-Sainte-Marie. Ein wahrhaftiges Felsennest, durch den ein Bach über Wasserfälle seinen Weg sucht und ins Tal stürzt. Hoch über dem Ort, nahe der Wallfahrtskapelle Notre Dame de Beauvoir, ist tatsächlich seit dem 16. Jahrhundert ein glänzender Stern zwischen zwei hoch aufragende Felsen aufgehängt. Im Ort, der inzwischen zahlreiche Touristen anlockt, sind Geschäfte mit Antikwaren, den besonderen Fayencen, eine zinnglasierte Keramik, oder andere regionale Produkte zu finden.

17.09.2020

Dieser Tag ist dem Ocker gewidmet, aus dem die typischen Farben der Provence stammen. Zunächst geht es in die Gegend von Rustrel, wo wir bei einer Wanderung die aufgelassenen Ockersteinbrüche des „Colorado Provencal“ erkunden. So wie die Häuser in den Ortschaften dieser Region leuchten uns Hügelketten in einer ganzen Palette von Ockertönen entgegen, von Safrangelb und Erdbraun über Karmesin und Zinnober bis Weinrot und Violett. Eine Kulisse, die geradezu zum Fotografieren und zum Schwelgen in Farben einlädt. Darüber der sagenhaft blaue Himmel der Provence... So voller Erdfarben erwartet uns später auch die Stadt Roussillon, deren Häuser eng auf einem Ockerfelsen zusammengedrängt weit über die Ebene leuchten. Enge Gassen mit farbenprächtigen Häusern, freundliche Cafés und gemütliche Restaurants laden ein, am Nachmittag durch den Ort zu bummeln und den Tag auf französische Art ausklingen zu lassen.

18.09.2020

Auf der Rückreise lassen wir noch einmal Lavendelfelder und die liebliche Landschaft des Luberon an uns vorbeiziehen, passieren das eine oder andere Dorf und nehmen Abschied von der Provence und der französischen Lebensart, die uns auf dieser Reise begleitet haben. Schließlich erreichen wir die Autobahn und folgen der Rhône gen Norden zu unserem Zwischenübernachtungshotel in Neuenburg am Rhein.

19.09.2020

Am letzten Tag der Heimreise geht es zurück zu unseren Einstiegsorten, die wir am späten Nachmittag erreichen wollen.