nähere informationen zu Ihrer reise nach ungarn:

09.09.2020 - Anreise - 1. Tag

Über die Zustiegsorte Oldenburg, Bremen und Hannover fahren wir zu unserem Zwischenübernachtungshotel in Kelheim an der Donau nahe Regensburg, einer reizenden Kreisstadt, die mit vielen Sehenswürdigkeiten lockt.

 

10.09.2020 - Ein Besuch der Weltenburger Enge - 2. Tag

Unweit des Hotels liegt der markante Donaudurchbruch, die Weltenburger Enge. Heute ein Naturschutzgebiet von gesamteuropäischem Rang. Nach einem kurzen Besuch geht es Richtung Ungarn, wo wir am späten Nachmittag, schon fast am Ziel, aus erhöhter Warte einen hervorragenden Überblick über die verschiedenen Stationen der folgenden Tage gewinnen können. Von der Gloriette, einem klassizistischen Türmchen, blicken wir auf eine grünwogende Unendlichkeit: den mächtigen Schilfgürtel des Neusiedler Sees. Voller Vorfreude erreichen wir gegen Abend unsere Hotels in Hegykö am ungarischen Südufer des Neusiedler Sees direkt am Nationalpark Fertö-Hansàg.

11.09.2020 - Der Hansàg - 3. Tag

Dieser Tag ist der Natur im wenig bekannten, ebenfalls grenzüberschreitenden Hanság gewidmet. Das ehemals riesige Niedermoorgebiet wurde und wird bis in die heutige Zeit entwässert und abgetorft. Zurückgeblieben sind ausgedehnte flache Gewässer und feuchte Niederungen, die heute zahlreichen Tieren, insbesondere aber den Vögeln eine Lebensstätte aus zweiter Hand bieten. Eine kurze Wanderung (ca. 1 Km) auf ungarischer Seite führt zu Beobachtungsplattformen mit gutem Blick auf Trauerseeschwalben, Löffler, zahlreiche Watvögel und Enten. Nachmittags wechseln wir nach Österreich. Mit etwas Glück zeigen sich hier zahlreiche Vogelarten - auch der mächtige Kaiseradler, der regelmäßig dem Gebiet einen Besuch abstattet.

12.09.2020 - Weiße Esel und Perlhyazinthen - 4. Tag

Der heutige Tag ist dem Neusiedler See selbst gewidmet: Mit Rangern unternehmen wir eine Fahrradtour in die Kernzone des Nationalparks. Die etwa 10 Kilometer lange Tour am Vormittag führt durch ausgedehnte Huteweiden, entlang von noch verbliebenen Flachgewässern und Röhrichten, wo sich Waldschnepfen, Kampfläufer und Alpenstrandläufer bereits sammeln und sich stärken bevor sie in weitentfernte Regionen südlich der Sahara ziehen. Die Salzlacken sind von kristallinen Krusten oder dem sogenannten Seetuch überzogen und immer wieder leuchten Teppiche der Pannonischen Salzaster rosa-lila auf. Auf einer Weide stehen weiße Esel, Graurinder mit ihren imposanten Hörnern grasen hier und am Seeufer halten Wasserbüffel die sich ausbreitenden Schilfbestände im Zaum. Auf den Wiesen geben Heuschrecken ein Konzert und schillernde Libellen ziehen unsere Blicke an.

Nach der Mittagsrast in Illmitz setzen wir unsere Tour mit einem weiteren Highlight fort. Am Anleger wartet ein Schiff und trägt uns unter dem Geschrei der Mittelmeermöwen und Raubseeschwalben gemächlich über den See. Rohrweihen tauchen auf, sie brüten in großer Zahl im mächtigen Schilfgürtel, der für Bartmeisen, Mariskensänger und andere Rohrsänger ein bedeutender Lebensraum ist.

13.09.2020 - St. Margarethen und das Ruster Hügelland - 5. Tag

Wir folgen an diesem Tag einem besonderen Tipp des NABU Österreich und machen morgens zunächst eine kleine Wanderung (ca. 4 Km) am Römer-Kalksteinbruch von St. Margarethen, einem der ältesten und größten Steinbrüche Europas. In dem steppenähnlichen Gebiet sind neben der Pflanzenvielfalt dieses Kalk-Magerrasens zahlreiche Insekten, insbesondere Schmetterlinge zu beobachten. Auf einer Wiese nahe dem Parkplatz tummeln sich Ziesel, die bedrohten Erdkobolde der Region.

Zur Mittagsrast besuchen wir das Städtchen Rust mit seinem sehenswerten Altstadtkern und den Störchen, die fast jeden Schornstein oder Dachfirst mit einem Nest bestückt halten. Nachmittags geht es dann zur Storchenwiese des Ruster Storchenvereins, der überaus erfolgreich für das Zurückkommen der Störche gesorgt hat. Auf dem Rückweg queren wir die Grenze an der Stelle, wo sich im August 1989 beim Paneuropäischen Picknick der Eiserne Vorhang hob und zahlreichen DDR-Bürgern den Weg in den Westen ermöglichte.

14.09.2020 - Vom Berg zum See - 6. Tag

Die flache Ebene des Neusiedler Sees wird im Norden und Osten von bewaldeten Hügelketten eingefasst. Der Wald des Soproner Gebirges zählt zu den bedeutendsten Waldschutzgebieten der Region. Hainbuchen, Traubeneichen, Flaumeichen, Waldbirnen und Ebereschen hüten verborgene Naturschätze, die wir an diesem Tag bei einer geführten Wanderung an einem rauschenden Bach entlang entdecken wollen. Salamander nutzen ihn als Laichgewässer. Nach Regenfällen steigt die Wahrscheinlichkeit Feuersalamander oder ihre Jungtiere zu entdecken. Unsere Wanderung mit 3,5 km Länge führt hinauf zum Varhely, eine knapp 500 Meter hohe Hügelkuppe. Bei guter Sicht reicht das Panorama vom Aussichtsturm über die gesamte Ebene des Neusiedler Sees bis hin zu den Gipfeln der Alpen.

Den Mittag verbringen wir in der sehenswerten barocken Altstadt von Sopron mit ihrem besonderen Charme. Anschließend treffen wir auf einen Stadtführer, der uns mit Feuerturm, Ziegenkirche und Synagogen und ihrer Geschichte vertraut macht.

15.09.2020 - Auf den Spuren des Fürsten Esterhazy - 7. Tag

Begleitet von Kiss Miklós, einem Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung, fahren wir zur Vogelwarte der Esterhazys bei Osli, einer wiedervernässten Kernzone im Hanság, wo Wasserbüffel und Graurinder die Brutplätze der typischen Vogelwelt von Verbuschung freihalten. Der Erlenbruchwald mit mächtigen Brettwurzeln lockt wie auch See- und Kaiseradler, Zwergscharbe und verschiedene Reiher. Mit etwas Glück gibt es noch Bienenfresser: rostrot, blau und gelb gefiedert mit schwarzem Augenstrich, wahre Juwelen der Lüfte, die sich für die Reise nach Afrika stärken.

Nach dem geplanten Picknick geht es dann zum Schloss Esterhazy in Fertöd. Eine Führung durch das aufwendig restaurierte Rokoko-Schloss gibt Einblicke in die Pracht damaliger Fürstenhöfe. Auch der ausgedehnte Park hinter dem Schloss lädt zu einem Besuch ein.

16.09.2020 - Am Rande der Alpen - 8. Tag

Auch am heutigen Tag bleiben wir erstmal auf den Spuren der Esterhazys und fahren in die kleine burgenländische Landeshauptstadt Eisenstadt, am Rande des Leithagebirges. Unsere erste Station ist der wie ein englischer Landschaftsgarten gestaltete, fürstliche Schlosspark. Ausgedehnte Wiesen, alter Baumbestand und große Teiche bilden einen vogelreichen Lebensraum. Weiter geht es durch die einen Katzensprung entfernte Stadt, der Josef Haydn in seiner 30jährigen Schaffenszeit zu kulturellem Glanz verholfen hat. Hier verbringen wir auch die Mittagszeit.

Nach kurzer Fahrt entlang des Leithagebirges erreichen wir den Thenauriegel mit den bedeutendsten Kalk-Magerrasen der Region. Pfriemen- und Federgras mit ihren langen Grannen sind charakteristisch. Smaragdeidechse und Äskulapnatter warten auf leckere Beute und sind doch schnell verschwunden. Eine Fachfrau, Urgestein der regionalen Naturschutzszene, wird uns dabei mit interessanten Informationen über das Gebiet und die österreichische Umweltbewegung begeistern. Noch in Begleitung unserer geschätzten Fachfrau wollen wir unser heutiges Programm mit einer Weinprobe in der urtümlichen Kellergasse in Breitenbrunn abrunden.

17.09.2020 - Im Auwald der Donau - 9. Tag

Heute werden wir den Neusiedler See verlassen, um schon einen Teil der Rückreise zu bewältigen. Allerdings nutzen wir diese Fahrt für einen Abstecher an die Donau. Nur durch den Widerstand tausender Menschen gegen ein geplantes Kraftwerk blieb ganz in der Nähe des Neusiedler Sees die größte zusammenhängende Auenlandschaft Mitteleuropas, der Nationalpark Donauauen, erhalten. Natürliche Auwälder sind die artenreichsten Lebensgemeinschaften der gemäßigten Zone – unsere „Regenwälder“. Das Auf und Ab der Wasserstände bestimmt hier den Lebensrhythmus in den Alt- und Seitenarmen, den Tümpeln, Inseln und Schotterbänken. Bei einem Spaziergang können wir einen Eindruck von dieser Urlandschaft gewinnen und mit etwas Glück begegnen uns Schwarz- und Mittelspecht, der Eisvogel oder die Hohltaube. Auch die Europäische Sumpfschildkröte lebt hier. Auf den Lichtungen blühen die Herbstzeitlosen oder wir entdecken die Wilde Weinrebe, die Urform unserer Weinrebgewächse.

Nach einer Mittagsrast geht die Fahrt zurück nach Deutschland, wo wir gegen Abend unser Hotel in Kelheim erreichen werden.

18.09.2020 - Rückkehr - 10. Tag
Nach dem Frühstück treten wir die Rückfahrt in die Heimat an.