nähere informationen zu Ihrer reise nach ungarn:

18.04.2020 - Anreise
Über die Zustiegsorte Oldenburg, Bremen und Hannover fahren wir zu unserem Zwischenübernachtungshotel in Brandýs nad Labem nahe Prag, einer reizenden kleinen Stadt mit einem Schloss auf einem Felsen über der hier noch schmalen Elbe.

19.04.2020 - Ein Besuch in Prag

Die „Goldene Stadt“ an der Moldau zu passieren, ohne ihr einen Besuch abzustatten, wäre unverzeihlich: Das multikulturelle Flair im von gotischen und barocken Bauten geprägten Stadtbild fängt jeden Besucher sofort ein. Bei einer Führung entlang der wichtigsten Stätten im Zentrum wird es eine Fülle von Eindrücken geben, die jeden Besucher in den Bann ziehen. Am frühen Nachmittag setzen wir dann die Reise fort und werden gegen Abend unsere Hotels in Hegykö am ungarischen Südufer des Neusiedler Sees, direkt am Nationalpark Fertö-Hansàg, erreichen.

20.04.2020 - Der Hansàg

Dieser Tag ist der Natur dem wenig bekannten, ebenfalls grenzüberschreitenden Hanság gewidmet. Das ehemals riesige Niedermoorgebiet wurde und wird bis in die heutige Zeit entwässert und abgetorft. Zurückgeblieben sind ausgedehnte flache Gewässer und feuchte Niederungen, die heute zahlreichen Tieren, insbesondere aber den Vögeln eine Lebensstätte aus zweiter Hand bieten. Eine kurze Wanderung (ca. 1 km) im ungarischen Hanság führt zu tollen Beobachtungsplattformen mit Trauerseeschwalben, Löfflern und zahlreichen Watvögeln. Nachmittags wechseln wir auf die österreichische Seite. Mit etwas Glück zeigen sich hier balzende Großtrappenhähne oder gar der mächtige Kaiseradler, der regelmäßig dem Gebiet einen Besuch abstattet.

21.04.2020 - Weiße Esel und Perlhyazinthen

Der heutige Tag ist dem Neusiedler See selbst gewidmet: Mit Rangern unternehmen wir eine Fahrradtour in die Kernzone des Nationalparks. Die etwa 10 Kilometer lange Tour am Vormittag führt durch ausgedehnte Huteweiden, entlang von Flachgewässern und Röhrichten. Kampfläufer, Säbelschnäbler, Löffler oder die grazilen Stelzenläufer finden hier Rastplätze und Nahrungsraum. Über Wiesen mit Zwerglilien und Perlhyazinthen singen vielleicht Lerchen, auf einer Weide stehen weiße Esel. Aus unscheinbaren Tümpeln kommen die klagenden Rufe von Rotbauchunken.

Nach der Mittagsrast in Illmitz gestärkt, setzen wir unsere Tour mit dem Bus fort und besuchen die seenahen Salzlacken der "Illmitzer Hölle". Die flachen Salzgewässer trocknen im Sommer stark aus. Im Frühjahr stehen auf den trockenen Uferrändern aus Sodaschnee Teppiche von Salzkresse und anderern salztoleranten Pflanzen. Auf den Wiesen ziehen Graugänse ihre Jungen auf. Das flache Wasser lockt zahlreiche Rastvogelarten, darunter Regenpfeifer und mehrere Seeschwalbenarten.

22.04.2020 - St. Margarethen und das Ruster Hügelland

Wir folgen an diesem Tag einem besonderen Tipp des NABU Österreich und machen morgens zunächst eine kleine Wanderung (4 km) am Römer-Kalksteinbruch von St. Margarethen, einem der ältesten und größten Steinbrüche Europas. In dem steppenähnlichen Gebiet sind neben der Pflanzenvielfalt dieses Kalk-Magerrasens zahlreiche Insekten, insbesondere Schmetterlinge zu beobachten. Auf einer Wiese nahe dem Parkplatz tummeln sich Ziesel, die bedrohten Erdkobolde der Region.

Zur Mittagsrast besuchen wir das Städtchen Rust mit seinem sehenswerten Altstadtkern und den Störchen, die fast jeden Schornstein oder Dachfirst mit einem Nest bestück haben. Nachmittags geht es dann zur Storchenwiese des Ruster Storchenvereins, der übetraus erfolgreich für das Zurückkommen der Störche gesorgt hat.

23.04.2020 - Vom Berg zum See

Die flache Ebene des Neusiedler Sees wird im Norden und Osten von bewaldeten Hügelketten eingefasst. Der  Wald des Soproner Gebirges zählt zu den bedeutendsten Waldschutzgebieten der Region. Hainbuchen, Traubeneichen, Flaumeichen, Waldbirnen und Ebereschen hüten verborgene Naturschätze, die wir an diesem Tag bei einer geführten Wanderung an einem rauschenden Bach entlang entdecken wollen. Im Frühlingswald sollte uns ein Teppich von Lungenkraut, Gelbstern und Lerchensporn erwarten und vielleicht entdecken wir Feuersalamander, die jetzt zum Laichen dem Bach zustreben. Unsere Wanderung dort (ca. 3,5 km) führt hinauf auf den Varhely, eine knapp 500 Meter hohe Hügelkuppe. Bei guter Sicht reicht das Panorama über die gesamte Ebene des Neusiedler Sees bis hin zu den schneebedeckten Gipfeln der Alpen.

Zur Mittagsrast besuchen wir in der barocken Altstadt von Sopron mit ihrem besonderen Charme.  Anschließend besteigen wir im einzigen ungarischen Seezugang ein Schiff, das uns durch den Schilfgürtel begleitet vom endlosen Gesang der Rohrsänger, Fluss-Seeschwalben und Mittelmeermöwen auf die andere Seite trägt wo wiederum Wasserläufer, Regenpfeifer, verschiedenste Enten im Wasser entdeckt werden wollen. 

24.04.2020 - Ein Tag zum Entspannen

Der heutige Tag bringt für den Busfahrer den wohlverdienten freien Tag und gibt uns selbst Gelegenheit, die Umgebung unseres Wohnortes Hegykö zu erkunden. Morgens bieten wir eine kleine Erkundungstour zur Grenzgedenkstätte an, denn unweit von unserem Hotel verlief bis zur Grenzöffnung der „Eiserne Vorhang“. Aber natürlich bietet der Ort noch mehr, so ein Thermalbad mit Wasserbecken, die von 22° bis zu 36° C warmem Wasser reichen. Es gibt auch die Möglichkeit, Fahrräder im Hotel zu mieten oder einfach einmal am hoteleigenen Pool oder in der Sauna zu entspannen und die Seele baumeln zu lassen.

25.04.2020 - Auf den Spuren des Fürsten Esterhazy

Begleitet von Kiss Miklos, einem Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung, fahren wir zur Vogelwarte der Esterhazys in Sarrod, einer wiedervernässten Kernzone im Hansag, wo Wasserbüffel und Graurinder die Brutplätze der typischen Vogelwelt von Verbuschung freihalten. Der Erlenbruchwald mit mächtigen Brettwurzeln lockt, wie auch See- und Kaiseradler, Zwergscharbe und mit etwas Glück frisch eintreffende Bienenfresser, rostrot, blau und gelb gefiedert mit schwarzem Augenstrich. Letzere lassen sich von einem Turm am Rande einer Sandgrube vortrefflich beobachten.

Nach dem geplanten Picknick geht es dann zum Schloss Esterhazy in Fertöd. Eine Führung durch das aufwendig restaurierte Rokoko-Schloss gibt Einblick in die Pracht damaliger Fürstenhöfe. Auch der ausgedehnte Park hinter dem Schloss lädt zu einem Besuch ein.

26.04.2020 - Am Rande der Alpen

Auch am heutigen Tag bleiben wir erstmal auf den Spuren der Esterhazys und fahren in die kleine burgenländische Landeshauptstadt Eisenstadt, am Rande des Leithagebirges.

Unsere erste Station ist der wie ein englischer Landschaftsgarten gestaltete Schlosspark. Ausgedehnte Wiesen, alter Baumbestand und große Teiche bilden einen vogelreichen Lebensraum. Weiter geht es durch die einen Katzensprung entfernte Stadt, der Josef Haydn in seiner 30jährigen Schaffenszeit zu kulturellem Glanz verholfen hat. Hier verbringen wir auch die Mittagszeit. Nach kurzer Fahrt entlang des Leithagebirges erreichen wir den Thenauriegel mit den bedeutendsten Kalk-Magerrasen der Region. Mit Glück blühen noch Küchenschellen, Adonisröschen und Orchideen. Eine Fachfrau, Urgestein der regionalen Naturschutzszene, wird uns dabei mit vielen interessanten Informationen über die Fläche und die Region begeistern. Noch in Begleitung unserer geschätzten Fachfrau wollen wir unser heutiges Programm mit einer kleinen Weinprobe  in der urtümlichen Kellergasse in Purbach abrunden.

27.04.2020 - Vom Überblick zum Einblick

Von erhöhtem Platz an der Gloriette, einem klassizistischen Rundturm, überblicken wir die ungeheure Mächtigkeit des Schilfgürtels, von der wir gleich einen ganz nahen Eindruck gewinnen wollen.  Mit dem Kanu näheren wir uns den Rohrsängern, Rohrammern, Schwirlen und Bartmeisen und tauchen in ihren Gesang ein. Vielleicht zeigt sich ein Purpurreiher, schießt der blaue Blitz des Eisvogels vorbei. Den Mittag verbringen wir in Fertörakos und suchen dann den Ort des Paneuropäischen Picknicks auf. Von dort geht es auf in eine kleine Sandgrube, an deren Steilwand hoffentlich die Bienenfresser bereits Gänge für die neue Brut vorbereiten.

28.04.2020 - Im Auwald der Donau

Heute werden wir den Neusiedler See verlassen, um schon einen Teil der Rückreise zu bewältigen. Allerdings nutzen wir diese Fahrt für einen Abstecher an die Donau. Nur durch den Widerstand tausender Menschen gegen ein geplantes Kraftwerk blieb ganz in der Nähe des Neusiedler Sees die größte zusammenhängende Aulandschaft Mitteleuropas, der Nationalpark Donauauen, erhalten. Natürliche Auwälder sind die artenreichsten Lebensgemeinschaften der gemäßigten Zone – unsere „Regenwälder“. Das Auf und Ab der Wasserstände bestimmt hier den Lebensrhythmus in den Alt- und Seitenarmen, den Tümpeln, Inseln und Schotterbänken. Bei einem Spaziergang können wir einen Eindruck von dieser Urlandschaft gewinnen und mit etwas Glück begegnen uns Schwarz- und Mittelspecht, der Eisvogel oder die Hohltaube. Auf den Lichtungen können schon die ersten Orchideen blühen oder wir entdecken die Wilde Weinrebe, die Urform unserer Weinrebgewächse.

Nach einer Mittagsrast geht die Fahrt zurück nach Tschechien, wo wir gegen Abend wieder Brandýs nad Labem und unser dortiges Hotel erreichen werden.

29.04.2020 - Rückkehr
Nach dem Frühstück treten wir die Rückfahrt in die Heimat an.