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27.04.2019 - 1. Tag - Anreise
Über die Zustiegsorte Oldenburg, Bremen und Hannover fahren wir zu unserem Zwischenübernachtungshotel in Brandýs nad Labem nahe Prag, einer reizenden kleinen Stadt mit einem Schloss auf einem Felsen über der hier noch schmalen Elbe.

28.04.2019 - 2. Tag - Ein Besuch in Prag

Die „Goldene Stadt“ an der Moldau zu passieren, ohne ihr einen Besuch abzustatten, wäre unverzeihlich: Das multikulturelle Flair im von gotischen und barocken Bauten geprägten Stadtbild fängt jeden Besucher sofort ein. Bei einer Führung entlang der wichtigsten Stätten im Zentrum wird es eine Fülle von Eindrücken geben, die jeden Besucher in den Bann ziehen. Am frühen Nachmittag setzen wir dann die Reise fort und werden gegen Abend unsere Hotels in Hegykö am ungarischen Südufer des Neusiedler Sees, direkt am Nationalpark Fertö-Hansàg, erreichen.

29.04.2019 - 3. Tag - Der Hansàg

Dieser Tag ist der Natur dem wenig bekannten, ebenfalls grenzüberschreitenden Hanság gewidmet. Das ehemals riesige Niedermoorgebiet wurde und wird bis in die heutige Zeit entwässert und abgetorft. Zurückgeblieben sind ausgedehnte flache Gewässer und feuchte Niederungen, die heute zahlreichen Tieren, insbesondere aber den Vögeln eine Lebensstätte aus zweiter Hand bieten. Eine kurze Wanderung (ca. 1 km) im ungarischen Hanság führt zu tollen Beobachtungsplattformen mit Trauerseeschwalben, Löfflern und zahlreichen Watvögeln. Nachmittags wechseln wir auf die österreichische Seite. Mit etwas Glück zeigen sich hier balzende Großtrappenhähne oder gar der mächtige Kaiseradler, der regelmäßig dem Gebiet einen Besuch abstattet.

30.04.2019 - 4. Tag - Weiße Esel und Perlhyazinthen

Der heutige Tag ist dem Neusiedler See selbst gewidmet: Mit Rangern unternehmen wir eine Fahrradtour in die Kernzone des Nationalparks. Die etwa 10 Kilometer lange Tour am Vormittag führt durch ausgedehnte Huteweiden, entlang von Flachgewässern und Röhrichten. Kampfläufer, Säbelschnäbler, Löffler oder die grazilen Stelzenläufer finden hier Rastplätze und Nahrungsraum. Über Wiesen mit Zwerglilien und Perlhyazinthen singen vielleicht Lerchen, auf einer Weide stehen weiße Esel. Aus unscheinbaren Tümpeln kommen die klagenden Rufe von Rotbauchunken.

Nach der Mittagsrast in Illmitz gestärkt, setzen wir unsere Tour mit dem Bus fort und besuchen die seenahen Salzlaken der "Illmitzer Hölle". Die flachen Salzgewässer trocknen im Sommer stark aus. Im Frühjahr stehen auf den trockenen Uferrändern aus Sodaschnee Teppiche von Salzkresse und anderern salztoleranten Pflanzen. Auf den Wiesen ziehen Graugänse ihre Jungen auf. Das flache Wasser lockt zahlreiche Rastvogelarten, darunter Regenpfeifer und mehrere Seeschwalbenarten.

01.05.2019 - 5. Tag - Im Reich der Fürsten Esterhazy

Weniger anstrengend führt am heutigen Tag ein Spaziergang (etwa 4 km) auf einem Pfad zu einem im Verborgenen liegenden Sandabbruch in der Nähe unserer Hotels in Hegykö – ein Geheimtipp der ungarischen Nationalpark-Mitarbeiter. An diesem flachen Wall brüten im Mai und Juni Bienenfresser in tiefen Brutröhren, die sie in den Sand graben. Mit etwas Glück sind diese rostrot, blau und gelb gefiederten Vögel mit dem schwarzen Augenstrich bereits in dieser Kolonie eingetroffen. Nach dem geplanten Picknick am Ufer des „Einserkanals“ geht es dann zum Schloss Esterhazy in Fertöd. Eine Führung durch das aufwendig restaurierte Schloss im Stile des Rokoko gibt Einblicke in die Pracht damaliger Fürstenhöfe. Auch der ausgedehnte Park hinter dem Schloss lädt zu einem Besuch ein.

02.05.2019 - 6. Tag - Verborgene Schätze

Die flache Ebene des Neusiedler Sees wird im Norden und Osten von bewaldeten Hügelketten eingefasst. Der Szarhalom Wald nahe Sopron zählt zu den bedeutendsten Waldschutzgebieten der Region. Hainbuchen, Traubeneichen, Flaumeichen, Waldbirnen und Ebereschen hüten verborgene Naturschätze, die wir an diesem Tag bei einer geführten Wanderung entdecken wollen. Im Frühlingswald sollte ein Teppich von Maiglöckchen erwachen und unter Totholz verborgen leben Feuersalamander. Unsere Wanderung dort (ca. 5 km) führt hinauf auf den Varhely, eine knapp 500 Meter hohe Hügelkuppe. Bei guter Sicht reicht das Panorama über die gesamte Ebene des Neusiedler Sees bis hin zu den schneebedeckten Gipfeln der Alpen.

Zur Mittagsrast besuchen wir das Städtchen Rust mit seinem sehenswerten Altstadtkern und den Störchen, die fast jeden Schornstein oder Dachfirst mit einem Nest bestückt halten. Auf dem Rückweg besuchen wir noch Mörbisch am See. Der Ort gehörte bis zum Ende des 1. Weltkriegs noch zu Ungarn. Sehenswert dort sind die so genannten „Hofgassen“, die aus den frühen Streck- oder Schmalhöfen bestehen. In jedem dieser Höfe wohnten früher vier Bauernfamilien. Das Ensemble der Hofgassen zählt zum UNESCO Welterbe.

03.05.2019 - 7. Tag - Ein Tag zum Entspannen

Der heutige Tag bringt für den Busfahrer den wohlverdienten freien Tag und gibt uns selbst Gelegenheit, die Umgebung unseres Wohnortes Hegykö zu erkunden. Morgens bieten wir eine kleine Erkundungstour zur Grenzgedenkstätte an, denn unweit von unserem Hotel verlief bis zur Grenzöffnung der „Eiserne Vorhang“. Aber natürlich bietet der Ort noch mehr, so ein Thermalbad mit Wasserbecken, die von 22° bis zu 36° C warmem Wasser reichen. Es gibt auch die Möglichkeit, Fahrräder im Hotel zu mieten oder einfach einmal am hoteleigenen Pool oder in der Sauna zu entspannen und die Seele baumeln zu lassen.

04.05.2019 - 8. Tag - Ein Ausflug nach Wien

Ein Tagesausflug führt in das nur knapp 100 Kilometer entfernte Wien. Bei einer etwa dreistündigen Führung können wir zunächst die alte Pracht der Donaumetropole erleben, dann gibt es Gelegenheit für ein paar Stunden die Stadt selber zu erkunden.

05.05.2019 - 9. Tag - Vom Steinbruch in die Alpen

Wir folgen an diesem Tag den besonderen Tipps des NABU Österreich und machen morgens zunächst eine kleine Wanderung (ca. 4 km) am Römer-Kalksteinbruch von St. Margarethen, einem der ältesten und größten Steinbrüche Europas. Bei einer Führung durch das steppenähnliche Gebiet auf Kalkgestein, sind neben der Pflanzenvielfalt dieses Kalk-Magerrasens zahlreiche Insekten, insbesondere Schmetterlinge, zu beobachten. Auf einer Wiese nahe dem Parkplatz können Ziesel, die bedrohten Erdkobolde der Region, beobachtet werden.

Nach einer kleinen Mittagspause in Purbach am Neusiedler See geht es zu einem weiteren Spaziergang (ca. 4 km) in das Leithagebirge, das die östlichen Ausläufer der Alpen bildet. Das „Gebirge“ ist ein meist bewaldeter Höhenzug – die höchste Erhebung erreicht nicht einmal 500 m – mit einer sehenswerten Vielfalt, die von einer Naturführerin des NABU Österreich, einem kenntnisreichen „Urgestein“, begleitet wird. Zum Abschluss wird eine kleine Weinverkostung mit typischen Weinen der Region angeboten. Ort dieser Weinprobe wird ein uriger Weinkeller in der historischen Kellergasse von Purbach sein.

06.05.2019 - 10. Tag - Vom See in die Berge

An diesem Tag durchqueren wir das Seegebiet in seiner ganzen Breite, von den flachen Gewässern am Ostufer über den See hinweg bis zu den Hügeln im Westen. Wir beginnen mit einer Beobachtungsplattform nahe am See, um noch einmal die Vogelvielfalt zu genießen. Gegen Mittag fahren wir mit einem gemieteten Schiff entlang der Schilfzone im Süden hinüber ins Ungarische. Am Hafen von Fertörakos gibt es die Möglichkeit zu einer Mittagsrast, z.B. in einem der auf Stelzen in den See gebauten Restaurants. Mit dem Bus geht es dann – einem Tipp des NABU Österreich folgend – über die Grenze, dort wo kurz vor dem Fall des Eisernen Vorhangs noch das „Paneuropäische Frühstück“ für politische Entspannung und Annäherung abgehalten wurde, zu einer geführten Wanderung (ca. 6 km) in der Siegendorfer Puszta und Heide. Dieses versteckt liegende Gebiet ist unter anderem wegen seiner artenreichen Frühjahrsvegetation zum FFH Schutzgebiet ernannt worden.

07.05.2019 - 11. Tag - Im Auwald der Donau

Heute werden wir den Neusiedler See verlassen, um schon einen Teil der Rückreise zu bewältigen. Allerdings nutzen wir diese Fahrt für einen Abstecher an die Donau. Nur durch den Widerstand tausender Menschen gegen ein geplantes Kraftwerk blieb ganz in der Nähe des Neusiedler Sees die größte zusammenhängende Aulandschaft Mitteleuropas, der Nationalpark Donauauen, erhalten. Natürliche Auwälder sind die artenreichsten Lebensgemeinschaften der gemäßigten Zone – unsere „Regenwälder“. Das Auf und Ab der Wasserstände bestimmt hier den Lebensrhythmus in den Alt- und Seitenarmen, den Tümpeln, Inseln und Schotterbänken. Bei einem Spaziergang können wir einen Eindruck von dieser Urlandschaft gewinnen und mit etwas Glück begegnen uns Schwarz- und Mittelspecht, der Eisvogel oder die Hohltaube. Auf den Lichtungen können schon die ersten Orchideen blühen oder wir entdecken die Wilde Weinrebe, die Urform unserer Weinrebgewächse.

Nach einer Mittagsrast geht die Fahrt zurück durch die Slowakei nach Tschechien, wo wir gegen Abend wieder Brandýs nad Labem und unser dortiges Hotel erreichen werden.

08.05.2019 - 12. Tag - Rückkehr
Nach dem Frühstück treten wir die Rückfahrt in die Heimat an.